Kornkäfer kommen in allen gemässigten und warm-gemässigten Klimazonen vor und sind in ganz Europa weit verbreitet. Sowohl adulte Tiere als auch Larven sind kälteresistent.
Adulte Kornkäfer können stark in der Grösse variieren und erreichen eine Länge von 2,5 bis 5,0 mm, wobei 3 bis 4 mm als durchschnittlich gelten.
Sie besitzen den typischen Rüssel (Rostrum) und die geknickten Antennen der Familie Curculionidae. Sie sind glänzend, rotbraun bis schwarz gefärbt und mit zahlreichen Punktierungen versehen. Die Punktierungen auf dem Thorax sind unregelmässig, jene auf den Elytren (Flügeldecken) verlaufen in Reihen.
Der Körper ist spärlich mit kurzen, gelben Haaren bedeckt. Die Antennen bestehen aus acht Segmenten und werden beim Laufen oft nach vorne ausgestreckt gehalten. Die Larven des Kornkäfers sind weiss, fleischig und beinlos.
Die durchschnittliche Lebensdauer des Kornkäfers beträgt 7–8 Monate. Weibchen legen in der Regel etwa 150 Eier und bis zu 300 Eier während ihres gesamten Lebens. Die Eier werden einzeln in Hohlräume abgelegt, die das Weibchen in die Getreidekörner frisst.
Diese Hohlräume werden mit einem wachsartigen Pfropfen verschlossen, den das Weibchen absondert. Die Eier inkubieren je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit etwa 4–14 Tage. In jedem befallenen Korn entwickelt sich eine Larve.
Die fressenden Larven bohren Gänge und ernähren sich weiter, bis nur noch die Schale übrig bleibt. Es gibt vier Larvenstadien, die alle innerhalb des Korns stattfinden. Auch die Verpuppung erfolgt im Korn.
Der frisch geschlüpfte adulte Käfer frisst sich aus dem Korn heraus und hinterlässt ein charakteristisches grosses, annähernd rechteckiges Ausflugloch mit ausgefransten Rändern. Nach dem Verlassen des Korns setzt das Weibchen ein Sexualpheromon frei, um Männchen zur Paarung anzulocken.
Unter warmen Bedingungen kann der Lebenszyklus in 4–6 Wochen abgeschlossen sein, im Winter kann er sich jedoch auf bis zu 21 Wochen verlängern. Adulte Tiere können unter kühleren Bedingungen einen Monat oder länger ohne Nahrung überleben. Diese Art ist flugunfähig, kann jedoch relativ weite Strecken zurücklegen.
Der Kornkäfer kommt in Lagerräumen und Silos für Getreide, in Verarbeitungsbetrieben, in denen Getreide auch in kleinen Mengen gehandhabt wird, in Mühlen sowie in Schiffsladeräumen vor.
Kornkäfer ernähren sich von Buchweizen, Maniok, Körnerleguminosen, Sonnenblumenkernen, Teigwaren, Erdnüssen, Getreide und Trockenfrüchten, insbesondere Kastanien.
Kornkäfer sind primäre Getreideschädlinge: Sie befallen unbeschädigtes Getreide und greifen auch andere harte Getreideprodukte wie Makkaroni und Spaghetti an. Befallenes Getreide ist leicht an den grossen Löchern zu erkennen, die als Ausfluglöcher der adulten Käfer dienen.
Sowohl adulte Tiere als auch Larven fressen am Korn und verursachen Löcher sowie Verunreinigungen durch ihre Ausscheidungen. Qualität und Handelswert des Getreides werden stark vermindert
Da sich die Larven des Kornkäfers im Inneren des Korns entwickeln, ist ein Befall durch Sichtkontrolle nur schwer festzustellen, es sei denn, die Population ist sehr hoch.