Supella longipalpa, besser bekannt als Braunbandschabe, gehört zu den häufigsten Schädlingen in Wohnungen, Schulen und Betrieben.
Sie ernähren sich von vielen der gleichen Lebensmittel wie Menschen und sind besonders problematisch, da sie sich überall dort ansiedeln, wo Lebensmittel zubereitet oder serviert werden. Zudem können sie krankheitserregende Organismen übertragen.
Diese Schaben besitzen einen abgeflachten Körper und Kopf, der von oben betrachtet durch eine plattenartige Struktur, das sogenannte Pronotum, verdeckt wird. Mit ihren langen, bedornten Beinen bewegen sie sich überraschend schnell.
Ihre langen, dünnen Antennen helfen ihnen, Nahrung zu finden und sich im Dunkeln zu orientieren, wenn sie am aktivsten sind. Die Färbung reicht von Braun und Schwarz über Hellbraun bis zu rötlich-orange oder blassgrün. Die meisten besitzen Flügel, die bei einigen Arten jedoch verkürzt und nicht funktionsfähig sind.
Der Lebenszyklus der Braunbandschabe dauert durchschnittlich 161 Tage. Männchen entwickeln sich schneller als Weibchen. Die Eikapsel (Oothek) ist gelblich bis rötlich-braun und etwa 5 mm lang.
Das Weibchen trägt die Eikapsel 24–36 Stunden bei sich, bevor sie an einem Gegenstand befestigt wird. Die Kapseln werden an Möbeln, Tischen, Schreibtischen oder sogar an Bettwäsche angebracht, was ihre weite Verbreitung erklärt.
Eine Eikapsel enthält bis zu 18 Eier. Tragende Weibchen entwickeln einen stark vergrösserten Hinterleib. Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt rund 69 Tage, wobei im Sommer mehr Eikapseln produziert werden.
Braunbandschaben kommen in Häusern, Wohnungen, Hotels und Spitälern vor. In Geschäften, Restaurants und Küchen sind sie seltener anzutreffen. Sie nisten häufig in Möbeln und können sich rasch in ganzen Gebäuden ausbreiten.
Typische Verstecke sind Decken, obere Wandbereiche, hinter Bilderrahmen sowie in der Nähe von Motoren von Kühlschränken und anderen Geräten. Auch Lichtschalter, Schränke und Möbel dienen als Rückzugsorte.
Im Gegensatz zur Deutschen Schabe benötigen sie weniger Feuchtigkeit, weshalb sie oft ausserhalb von Küchen und Badezimmern vorkommen. Sie meiden Licht und sind tagsüber kaum sichtbar.
Braunbandschaben sind Allesfresser und wenig wählerisch. Sie ernähren sich von pflanzlicher und tierischer Nahrung und befallen daher Küchen und Vorratsräume.
Bevorzugt werden Süssigkeiten, Stärke und tierische Proteine, aber auch fetthaltige Lebensmittel, Käse sowie schimmelige oder fermentierende Stoffe. Zuckerhaltige Lebensmittel sollten stets luftdicht gelagert werden.
Arbeitsflächen, Brotbänke und Fleischzubereitungsbereiche müssen gründlich gereinigt werden, insbesondere in gewerblichen Betrieben. Sauberkeit ist ein zentraler Faktor der Prävention, da zersetzende Stoffe, Abfälle, Pflanzen, Seifen, Kosmetika und sogar menschliche Abfälle diese Schaben stark anziehen.
Braunbandschaben übertragen Krankheitserreger, die gemäss WHO Krankheiten wie Gastroenteritis, Ruhr, Cholera, Lepra, Typhus, Pest, Poliomyelitis und Salmonellose verursachen können.
Zudem können sie Asthma und Allergien durch Speichel, Kot und abgestossene Körperteile verschlimmern. Eine von Schaben produzierte Proteinverbindung kann allergische Reaktionen auslösen.