Sie wurde erstmals 2004 in Frankreich festgestellt und hat sich rasch ausgebreitet. Als hocheffizienter Insektenjäger – insbesondere von Honigbienen und anderen nützlichen Arten – kann sie erhebliche Schäden an Bienenvölkern, einheimischen Arten und Ökosystemen verursachen.
Am häufigsten wird sie in Südengland vermutet (da sie möglicherweise den Ärmelkanal aus Frankreich überqueren kann) oder in importierten Waren wie Topfpflanzen, Erde, Schnittblumen, Früchten und Holz. Die Asiatische Hornisse ist von April bis November aktiv, mit einer Hauptsaison im August und September.
Arbeiterinnen erreichen eine Länge von etwa 25 mm, Königinnen bis zu 30 mm. Der Hinterleib ist überwiegend schwarz, mit einer gelben Binde am vierten Hinterleibssegment. Die gelben Beine haben ihr den Namen „Gelbfüssige Hornisse“ eingebracht. Das Gesicht ist orange gefärbt, die Augen rötlich-braun.
Nach der Winterruhe erscheint die Königin im Frühjahr und sucht eine zuckerhaltige Nahrungsquelle, um Energie für den Bau eines kleinen embryonalen oder „Primärnestes“ zu sammeln. In dieser Phase ist sie allein und besonders gefährdet, beginnt jedoch rasch mit der Eiablage zur Bildung der ersten Arbeiterinnen.
Mit zunehmender Grösse der Kolonie wird ein grösseres Nest um das ursprüngliche gebaut oder an einen anderen Ort verlegt. Im Sommer produziert eine Kolonie durchschnittlich rund 6’000 Individuen pro Saison.
Ab Juli nimmt der Druck auf Bienenvölker deutlich zu und hält bis Ende November an. Die Hornissen schweben vor den Fluglöchern der Bienenstöcke und fangen heimkehrende Sammlerinnen – ein Verhalten, das als „Hawking“ bezeichnet wird. Die gefangenen Bienen werden meist enthauptet, und der proteinreiche Thorax dient als Nahrung für die Brut.
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde vermutlich über Warenimporte aus China eingeschleppt. Seit der ersten Meldung in Frankreich im Jahr 2005 hat sie sich nach Spanien (2010), Portugal und Belgien (2011), Italien (2012), Deutschland (2014) und Grossbritannien (2016) ausgebreitet.
Ihr bevorzugter Lebensraum befindet sich häufig in der Nähe von Bienenstöcken, in Bäumen oder an künstlichen Bauwerken. Die Nester werden meist in grosser Höhe angelegt.
Die Asiatische Hornisse stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Imkerei dar, da Honigbienen ihre bevorzugte Nahrungsquelle sind. Aus diesem Grund siedeln sich Kolonien häufig in unmittelbarer Nähe von Bienenstöcken an. Die gefangenen Bienen werden getötet und dienen als Hauptnahrungsquelle für die Hornissenlarven.
Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen, Wespen und andere wichtige Bestäuber wie Schwebfliegen. Aufgrund der enormen Koloniegrösse – bis zu 10’000 Individuen pro Saison – können ganze Bienenvölker in kurzer Zeit vernichtet werden. Studien aus Frankreich zeigen Verluste von bis zu 14’000 Honigbienen pro Stock und Monat.